Scheinbare Routine, routiniert unscheinbar

Seit einigen Jahren endet das erste Schulhalbjahr stets mit dem Beginn der Landeseinzelmeisterschaft des Nachwuchses im Schach. Bereits zum dritten qualifizierte sich das hiesige Jugenddorf Gnewikow samt Gutshaus mit Saal als Austragungsort und Gastgeber für 150 Schachverrückte.

Die Vorbereitungen begannen schon einige Wochen früher mit der Herstellung der Tischschilder. Relativ unspektakulär, wenn man im Vergleich dazu an das Sortieren und Einladen des Spielmaterials am 01.02.2018 denkt. Hier kommt meiner Klasse 6b der Grundschule „Karl Liebknecht“ Neuruppin, an dieser Stelle noch einmal vielen Dank, eine besondere Aufgabe zu. Die Inventarisierung erfolgt im dritten Jahr routiniert, unscheinbar ab, die Kinder wissen, was zu tun ist und auf was insbesondere zu beachten ist. Im nächsten Jahr bin ich klassenleiterlos, die Kinder sind dann an den weiterführenden Schulen. Ob es noch einmal Spielmaterial gibt, man weiß es nicht. Ich schweife ab.

Nach dem Aufbau der Tische und der Bretter ist der spannende Aspekt die Auslosung am Freitagabend. Gefühlt verstehen 85 Prozent der Anwesenden gar nicht, warum so eine pompöse Prozedur mit zahlreichen Losen stattfindet. Um es kurz zu machen, das Ziel besteht einfach darin, vereinsinterne Paarungen in den ersten Runden stattfinden zu lassen, um etwaige Schiebungen später zu vermeiden. Anhand eines Algorithmus werden demzufolge erst die Spieler, die aus gleichen Vereinen stammen, ausgelost, danach folgt der Rest. Mit meinem sportlichen Ehrgeiz gelang es wiederum, das Schauspiel in 30 Minuten durchzuziehen – fehlerfrei versteht sich.

Scheinbar routiniert laufen dann die eigentlichen Meisterschaften ab. Zwar gibt es hier und da einige Fragen und Unklarheiten, gerade bei den Neulingen. Dennoch kann man sagen, dass das LEM-Team eingespielt ist, der Spielort etabliert ist:

Martina Sauer organisiert folglich alles, was nicht mit dem Brett direkt zu tun hat. Frank Mylke, der Erfassungsgott, hilft, berät und unterstützt die Kinder und Jugendlichen nach der Beendigung der Partien. Michael Nagel ist im Kreativhaus mit der U8 beschäftigt, Jörg Zähler unterstützt stets zufriedenstellend. Christian Mätzkow stellt Uhren schneller als der Uhrenmeister und teilt Partieformulare schneller aus als eine Spiegelreflexkamera Fotos macht. Das macht er übrigens auch noch nebenbei. Jörn Gehrke trifft ebenso konsequente Entscheidungen. Für mich bleibt die Erfassung in Swiss-Chess, die Sortierung der Partieformulare sowie die Quasi-Live-Übermittlung der Ergebnisse ins Internet. Und das Bett – krankheitsbedingt am Sonntag, da war gar nichts mit mir los.

Was scheinbar routiniert wirkt, ist insbesondere für Martina Sauer und meine Wenigkeit stets Hochanspannung, gerade am Ende, wenn die Siegerehrung stattfindet. Danken werden wenige für richtige Ergebnisse und eine reibungslose Siegerehrung, schimpfen jedoch alle, wenn bei der Siegerehrung etwas nicht stimmt. Bei mehreren Hundert Partien kann da schon einmal ein Fehler geschehen.

Passierte aber auch in diesem Jahr nicht, so dass alle Spieler um 14.32 Uhr am 06.02.2018 Gnewikow verließen. Die Nachbereitung für mich dauerte noch einige Zeit, das ganze Material musste wieder in die Schule. Etwa 250 Kilogramm waren das.
Mathias Jäkel

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Ich, Martina Sauer (Wohnort: Deutschland), verarbeite zum Betrieb dieser Website personenbezogene Daten nur im technisch unbedingt notwendigen Umfang. Alle Details dazu in meiner Datenschutzerklärung.
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